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Messung und Kennzahlen

GEO für CMOs: die 5 Kennzahlen für den Vorstandsbericht im Zeitalter der KI-Suche

Ein CMO sollte Sichtbarkeit, Position, Sentiment, Share of Voice und Quellen verfolgen. Trends brauchen wiederholte Samples jedes Prompts. Die derzeit drei Produkt-Samples sind richtungsweisend; sie belegen weder statistische Signifikanz noch Kausalität.

Maksim Gurchenkov (CEO, Apurichoumi Inc.)

Warum Ihre aktuellen Marketing-KPIs nicht ausreichen

Sessions, Conversions, Suchrankings — das bestehende Dashboard misst, was passiert, nachdem jemand Ihre Website erreicht hat, und was auf der Suchergebnisseite passiert. In der KI-Suche können Vergleich, Bewertung und Empfehlung innerhalb der Antwort stattfinden, und ein Käufer kann auf dem Entscheidungsweg vorankommen, ohne Ihre Website zu besuchen. Außerdem kann KI-Referral-Traffic wegen fehlender oder uneinheitlicher Referrer in Analytics unter „Direct“ landen. Antwortmessung und Webanalyse bilden daher unterschiedliche Teile des Weges ab.

Für einen CMO ist das ein blinder Fleck in der Messung ganz oben im Funnel. Wenn die KI Ihre Marke nicht erwähnt — oder falsch beschreibt — erscheint der Verlust in keinem Bericht.

Die fünf Kennzahlen, die ins Reporting gehören

Die GEO-Messung lässt sich auf fünf Achsen herunterbrechen.

1. Sichtbarkeit (Erwähnungsrate)

Der Anteil typischer Kundenfragen (Prompts), bei denen die KI Ihre Marke überhaupt erwähnt. Das grundlegendste Maß für Ihre Präsenz in KI-Antworten.

2. Position innerhalb der Antwort

Wenn ein Käufer fragt „Was würden Sie empfehlen?“ — stehen Sie an erster oder an fünfter Stelle? Der Unterschied in der Wirkung ist enorm.

3. Sentiment

Der Ton des Kontexts rund um jede Erwähnung. „Bewährte Erfolgsbilanz“ und „der Support hat Probleme“ sind beides Erwähnungen — mit entgegengesetztem Wert.

4. Share of Voice gegenüber Wettbewerbern

Wie oft Wettbewerber über dieselben Fragen hinweg auftauchen. Stagnierende eigene Sichtbarkeit bei wachsendem Wettbewerber bedeutet trotzdem Anteilsverlust.

5. Zitierte Quellen

Welche Domains und Artikel die KI als Beleg heranzieht. Wird Ihre eigene Website zitiert — oder gilt ein veralteter Beitrag Dritter als Ihre offizielle Information? Daraus folgt direkt, wo investiert werden sollte: in eigene Inhalte oder in externe Berichterstattung.

Ein methodischer Vorbehalt: KI-Antworten sind probabilistisch. SparkToro beziffert die Chance, in zwei Antworten dieselbe Markenliste zu erhalten, auf unter 1 zu 100; auch die Reihenfolge ist instabil. Deshalb sind wiederholte Samples jedes Prompt-Engine-Paars erforderlich — die Breite des Prompt-Sets und eine lange Historie ersetzen diese Wiederholung nicht. Suparanku nimmt derzeit drei Produkt-Samples pro Paar. Das reduziert die Abhängigkeit von einem Einzellauf und liefert eine richtungsweisende Messung, reicht aber nicht für einen Anspruch auf statistische Signifikanz und kann keine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegen. Berichten Sie die Sichtbarkeitsquote und Position daher als Schätzwerte mit sichtbarer Unsicherheit, nicht als feste „KI-Ränge“.

Zwei Fakten, die das Budget rechtfertigen

Erstens hat die GEO-Studie mit Beteiligung von Princeton (KDD 2024) über 10.000 Suchanfragen Effekte von Statistiken, Zitaten und Quellenangaben bis zu 40 % gemessen.* Diese Zahl gilt jedoch für ein bereits abgerufenes Dokument in einem festen Kontext. Laut dem kritischen Survey von Martinez belegt sie weder organische Auffindbarkeit noch dauerhaften Traffic oder einen stabilen Cross-Platform-Effekt. Solche Taktiken sind Hypothesen für passende Inhalte, keine universell verpflichtenden Maßnahmen.

Zweitens erklärt Google offiziell, dass für KI-Funktionen über die Grundlagen der klassischen SEO hinaus keine spezielle Optimierung nötig ist.** GEO-Investitionen bauen also auf Ihren bestehenden SEO-Assets auf, statt sie zu duplizieren.

Eine 90-Tage-Roadmap

  1. Messung starten (Woche 1–2) — erstellen Sie die Liste der Fragen, die Ihre Käufer tatsächlich stellen, und erfassen Sie auf den großen KI-Engines eine Baseline über die fünf Kennzahlen.
  2. Lücken identifizieren (Monat 1) — Fehlinformationen, Dominanz von Wettbewerbern, einseitige Quellen: Finden Sie heraus, wo der Verlust am größten ist.
  3. Verbesserungsschleife etablieren (Monat 2–3) — veröffentlichen Sie priorisierte Änderungen, registrieren Sie die URLs und beobachten Sie mit wiederholten Scans, was sich danach bewegt. Das ist Monitoring einer zeitlichen Entwicklung, kein alleiniger Kausalnachweis.
  4. Ins Management-Reporting aufnehmen (ab Monat 3) — ergänzen Sie den Trend der fünf Kennzahlen als Frühindikator im Monatsbericht, neben Sessions und Conversions.

Suparanku misst diese fünf Achsen regelmäßig und übersetzt die Daten in PLAYBOOK-versionierte Empfehlungen. Zusammen mit veröffentlichten und getrackten URLs sowie erneuter Messung bilden sie den geschlossenen Kreislauf von AI Representation Management. Der Kreislauf macht den Prozess nachvollziehbar; er garantiert keine automatische Ausführung und kein Wachstum.

* Aggarwal et al., KDD 2024 (Taktik-Vergleich über 10.000 Suchanfragen; Dokumente bereits im festen Kontext) ** Google Search Central, „AI features and your website“

Quellen

  1. Aggarwal et al., "GEO: Generative Engine Optimization" (KDD 2024)
  2. Martinez, “Optimizing Visibility in Generative Engines: A Critical Survey of Generative Engine Optimization (2023–2026)”
  3. Google Search Central, "AI features and your website"
  4. SparkToro (Rand Fishkin), „AIs are highly inconsistent when recommending brands/products“
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